Lippenbalsam selber zu machen ist eines dieser kleinen DIY-Projekte, bei denen man sich hinterher fragt, warum man es nicht schon früher ausprobiert hat.
Du brauchst dafür kein besonderes Talent, oft reichen drei Zutaten, ein Wasserbad und eine halbe Stunde Zeit.
Das Schöne daran ist, dass du genau weißt, was in deinem Balsam steckt, und ihn so machen kannst, wie er sich für dich gut anfühlt.
Und ganz nebenbei ist so ein kleines Döschen auch eine liebevolle Aufmerksamkeit, zum Beispiel in einem Präsentkorb mit selbstgemachten Kleinigkeiten.
Ein paar Dinge solltest du allerdings wissen, denn nicht jede Zutat lässt sich so einfach unterrühren, wie es in vielen Rezepten aussieht.
Hier findest du deshalb ein einfaches Grundrezept und Varianten mit und ohne Bienenwachs, mit Honig, Lavendel oder Schoko, samt den kleinen Tipps, auf die es ankommt.
Zuerst schauen wir uns aber an, was du dafür eigentlich brauchst.
Was du brauchst, um Lippenbalsam selber zu machen
Die Einkaufsliste für deinen ersten Lippenbalsam ist kürzer, als du vielleicht denkst.
Bevor du loslegst, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, welche Zutat eigentlich was bewirkt.
Denn wenn du das Prinzip einmal verstanden hast, kannst du fast jedes Rezept nach deinem Geschmack anpassen.
Du brauchst dafür weder ein Labor noch teure Spezialgeräte, sondern nur ein paar Dinge, die du teilweise schon in deiner Küche hast.
Und du wirst schnell merken, dass die eigentliche Entscheidung eine ganz andere ist, als du vielleicht denkst.
Diese Zutaten stecken in jedem guten Lippenbalsam
Jeder Lippenbalsam besteht im Kern aus zwei Teilen: etwas Festem, das ihm Halt gibt, und etwas Weichem, das ihn geschmeidig macht.
Bienenwachs ist der klassische feste Teil und legt sich wie ein schützender Film über deine Lippen.
Sheabutter bringt eine reichhaltige, cremige Pflege mit und macht den Balsam angenehm weich.
Kakaobutter ist etwas fester als Sheabutter und duftet in unraffinierter Form ganz dezent nach Schokolade.
Pflanzliche Öle wie Mandelöl, Jojobaöl oder Olivenöl sorgen dafür, dass der Balsam sanft über die Lippen gleitet.
Kokosöl funktioniert ebenfalls, macht deinen Balsam aber weicher, weil es schon bei rund 25 Grad schmilzt.
Ein paar Tropfen Vitamin-E-Öl sind kein Muss, schützen die Öle aber vor dem schnellen Ranzigwerden.
Das Zubehör, das du wirklich brauchst
Für die meisten Rezepte reicht dir ein kleiner Topf mit Wasser und eine hitzefeste Schüssel oder ein Glas als Wasserbad.
Eine Küchenwaage ist wichtiger als jedes andere Hilfsmittel, weil schon ein paar Gramm mehr oder weniger die Konsistenz verändern.
Ideal ist eine Feinwaage, die auf 0,1 Gramm genau wiegt, denn bei so kleinen Mengen zählt tatsächlich jedes Gramm.
Zum Umrühren genügt ein kleiner Löffel oder ein Holzstäbchen, das du danach nur noch für deine DIY-Pflege verwendest.
Dazu kommen saubere Döschen oder Lippenpflegehülsen und etwas Alkohol zum Desinfizieren, mehr brauchst du wirklich nicht.
Döschen oder Stift – welche Form passt zu dir?
Ein Lippenpflegestift ist praktisch für die Handtasche und lässt sich direkt ohne Finger auftragen.
Dafür braucht die Mischung etwas mehr Wachs, damit der Stift beim Herausdrehen nicht abbricht oder in der Wärme weich wird.
Im Döschen darf dein Balsam dagegen weicher und cremiger sein, weil du ihn mit dem Finger aufträgst.
Das ist besonders angenehm für die Nachtpflege oder für sehr trockene Lippen im Winter.
Wenn du unsicher bist, fang mit Döschen an, weil sie beim Abfüllen deutlich mehr verzeihen als die schmalen Stifthülsen.
Jetzt weißt du, was in deinen Lippenbalsam gehört und worin du ihn aufbewahrst.
Fehlt nur noch das Rezept, und das kommt mit genau drei Zutaten aus.
Lippenbalsam aus 3 Zutaten: Dein einfaches Grundrezept
Das Grundrezept ist der beste Einstieg, weil du damit das Prinzip hinter jedem Lippenbalsam direkt in der Hand hast.
Du brauchst nur Bienenwachs, Sheabutter und ein pflanzliches Öl deiner Wahl.
Jede dieser drei Zutaten übernimmt dabei genau eine Aufgabe: Das Wachs gibt Halt, die Sheabutter pflegt und das Öl macht den Balsam geschmeidig.
In etwa einer halben Stunde hast du so deinen ersten eigenen Lippenbalsam fertig.
Und das Schöne daran ist, dass du ihn danach ganz nach deinem Gefühl anpassen kannst.
Drei Zutaten, ein Wasserbad und los geht’s
Für etwa vier kleine Döschen à 5 Milliliter brauchst du 5 Gramm Bienenwachs, 5 Gramm Sheabutter und 10 Gramm Öl, zum Beispiel Mandel- oder Jojobaöl.
Bring zuerst das Wasser im Topf zum leisen Köcheln und stell deine hitzefeste Schüssel hinein.
Schmilz darin zuerst das Bienenwachs, weil es von allen drei Zutaten am längsten braucht.
Sobald das Wachs flüssig ist, gibst du die Sheabutter dazu und rührst, bis alles klar und gleichmäßig aussieht.
Nimm die Schüssel dann vom Herd und rühre das Öl unter, damit es nicht unnötig lange erhitzt wird.
Mach jetzt kurz den Löffeltest und tropfe etwas Masse auf einen kalten Löffel, dann siehst du nach wenigen Sekunden, wie fest dein Balsam später wird.
Wenn dir die Konsistenz gefällt, füllst du die Masse zügig in deine Döschen, bevor sie am Rand fest wird.
Lass die Döschen offen abkühlen und verschließe sie erst, wenn der Balsam komplett fest ist, damit sich kein Kondenswasser bildet.
Ein kurzer Abstecher in den Kühlschrank hilft übrigens dabei, dass die Sheabutter schön glatt bleibt und nicht körnig wird.
Mehr Wachs oder mehr Öl? Das Verhältnis macht den Unterschied
Das Grundrezept ist bewusst so aufgebaut, dass du es mit kleinen Änderungen an deine Wünsche anpassen kannst.
Mehr Bienenwachs macht deinen Balsam fester und länger haltbar auf den Lippen.
Mehr Öl macht ihn weicher und lässt ihn schneller einziehen.
Für einen Lippenpflegestift nimmst du am besten gleiche Teile von allen drei Zutaten, also zum Beispiel jeweils 5 Gramm.
Verändere die Mengen immer nur in kleinen Schritten von etwa einem Gramm, denn schon das macht einen spürbaren Unterschied.
Gefällt dir das Ergebnis nicht, kannst du den Balsam einfach noch einmal im Wasserbad schmelzen und nachjustieren.
Denk auch an die Jahreszeit, denn im Winter darf dein Balsam ruhig etwas weicher sein, während er im Sommer mehr Wachs verträgt.
Da gibt es nur ein Problem: Nicht jede möchte Bienenwachs verwenden.
Die gute Nachricht ist, dass dein Lippenbalsam trotzdem gelingt, du musst nur wissen, wie.
Lippenbalsam ohne Bienenwachs – geht das überhaupt?
Ja, das geht, und es gibt sogar mehrere Wege dorthin.
Wichtig ist nur, dass du zwei Dinge auseinanderhältst: Ein Balsam ohne Bienenwachs ist nicht automatisch ein Balsam ganz ohne Wachs.
Viele ersetzen Bienenwachs durch pflanzliche Wachse, weil sie vegan pflegen möchten oder einfach kein Bienenwachs im Haus haben.
Andere verzichten komplett auf Wachs und setzen stattdessen auf feste Pflanzenbutter oder auf Vaseline.
Welcher Weg zu dir passt, hängt davon ab, wie fest dein Balsam werden soll und was dir bei den Zutaten wichtig ist.
Das einfache Rezept ohne Bienenwachs
Die einfachste Alternative ist Candelillawachs, ein pflanzliches Wachs aus den Blättern eines mexikanischen Strauchs.
Es ist deutlich fester als Bienenwachs, deshalb brauchst du davon ungefähr nur die Hälfte.
Für etwa vier Döschen nimmst du 3 Gramm Candelillawachs, 6 Gramm Sheabutter und 11 Gramm Öl.
Du gehst dabei genauso vor wie beim Grundrezept, erst das Wachs schmelzen, dann die Sheabutter und zum Schluss das Öl.
Candelillawachs hat einen etwas höheren Schmelzpunkt, deshalb darf es im Wasserbad ruhig ein paar Minuten länger dauern.
Mach auch hier unbedingt den Löffeltest, denn pflanzliche Wachse fallen je nach Hersteller unterschiedlich fest aus.
Alternativ funktionieren auch Sonnenblumenwachs oder Reiswachs, die du mit etwas Ausprobieren ähnlich dosierst.
Sheabutter und Kakaobutter für die cremige Variante
Wenn du ganz ohne Wachs arbeiten möchtest, übernimmt die Kakaobutter die Aufgabe, deinem Balsam Halt zu geben.
Sie ist bei Zimmertemperatur fest und schmilzt erst, wenn sie mit deinen warmen Lippen in Berührung kommt.
Für etwa vier Döschen brauchst du 10 Gramm Kakaobutter, 5 Gramm Sheabutter und 5 Gramm Öl.
Schmilz beide Butter sanft im Wasserbad, rühre das Öl unter und stell die Döschen nach dem Abfüllen direkt für eine Stunde in den Kühlschrank.
Das Ergebnis ist ein weicher, sehr reichhaltiger Balsam, der sich wie eine kleine Kur für trockene Lippen anfühlt.
Für einen Stift ist diese Variante allerdings zu weich, deshalb bleibt sie am besten im Döschen.
Und auch die Handtasche ist im Sommer nicht der ideale Ort, weil der Balsam in der Wärme schnell flüssig wird.
Ganz ohne Wachs: Lippenbalsam mit Vaseline
Vaseline ist die schnellste Möglichkeit, einen Lippenbalsam ganz ohne Wachs herzustellen.
Sie hat von sich aus schon eine cremige, feste Konsistenz und bildet einen dichten Schutzfilm auf den Lippen.
Für ein bis zwei Döschen erwärmst du 15 Gramm Vaseline vorsichtig im Wasserbad und rührst 5 Gramm Sheabutter oder Öl unter.
So wird aus der reinen Vaseline ein Balsam, der sich weicher anfühlt und zusätzlich pflegt.
Du solltest allerdings wissen, dass Vaseline auf Mineralöl basiert und damit nicht zur Naturkosmetik zählt.
Wenn dir das wichtig ist, bleib lieber bei der Variante mit Kakaobutter oder mit pflanzlichem Wachs.
Suchst du dagegen etwas Unkompliziertes für sehr trockene Lippen, ist Vaseline eine ehrliche und bewährte Wahl.
Bis hierhin haben wir mit Fetten und Wachsen gearbeitet, die sich problemlos miteinander verbinden.
Beim nächsten Rezept ist das anders, denn Honig hat seinen ganz eigenen Kopf.
Lippenbalsam mit Honig: Darauf kommt es wirklich an
Honig gehört zu den beliebtesten Zutaten, wenn es um selbstgemachte Lippenpflege geht.
Er riecht angenehm, schmeckt zart süß und wird seit Generationen für trockene, rissige Lippen verwendet.
Viele Rezepte im Netz lassen dich einfach einen Löffel Honig in die warme Masse rühren und fertig.
Genau das geht allerdings häufig schief, und das hat einen ganz einfachen Grund.
Wenn du ihn kennst, gelingt dir dein Honig-Lippenbalsam deutlich zuverlässiger.
Das einfache Honig-Rezept für deine Lippen
Für etwa vier Döschen brauchst du 5 Gramm Bienenwachs, 5 Gramm Sheabutter, 9 Gramm Öl und 1 Gramm flüssigen Honig.
Schmilz Wachs und Sheabutter wie beim Grundrezept im Wasserbad und rühre anschließend das Öl unter.
Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Lass die Masse unter ständigem Rühren abkühlen, bis sie leicht trüb wird und anfängt anzudicken.
Erst dann gibst du den Honig dazu und rührst kräftig ein bis zwei Minuten weiter, damit er sich möglichst fein verteilt.
Fülle den Balsam danach zügig in deine Döschen, denn er wird jetzt schnell fest.
Ein Stift ist für diese Variante weniger geeignet, weil sich der Honig darin eher absetzt und kleine Tröpfchen an der Oberfläche bilden kann.
Warum Honig und Fett nicht von allein zusammenfinden
Honig besteht zu einem Teil aus Wasser, während Wachs, Butter und Öl reine Fette sind.
Und du hast es vielleicht schon erraten: Wasser und Fett verbinden sich nicht von selbst miteinander.
Rührst du den Honig in die heiße Masse, sinkt er deshalb nach unten oder bildet kleine klebrige Inseln im fertigen Balsam.
Durch das Einrühren in die fast feste Masse wird der Honig eingeschlossen, bevor er sich wieder absetzen kann.
Bleib bei der Menge trotzdem sparsam, denn mehr Honig macht deinen Balsam nicht pflegender, sondern nur instabiler.
Selbstgemachter Honig-Lippenbalsam hält außerdem etwas kürzer, deshalb stellst du lieber kleine Mengen her und verbrauchst sie innerhalb weniger Wochen.
Ein ehrlicher Tipp am Rande: Der süße Geschmack verführt dazu, öfter die Lippen abzulecken, und genau das trocknet sie wieder aus.
Für Babys unter einem Jahr ist Honig-Balsam nicht geeignet, weil sie ihn leicht verschlucken können.
Wenn du einfach nur den warmen Honigduft magst, hilft dir übrigens schon unraffiniertes Bienenwachs, das von Natur aus leicht nach Honig riecht.
Doch Honig ist längst nicht die einzige Zutat, die deinem Balsam eine persönliche Note gibt.
Mit Vanille, Lavendel und Co. wird es jetzt richtig abwechslungsreich.
Vanille, Lavendel und Co.: Lippenbalsam mit besonderen Zutaten
Sobald du das Grundrezept kennst, beginnt der Teil, der am meisten Freude macht.
Mit wenigen zusätzlichen Zutaten bekommt dein Lippenbalsam einen eigenen Duft oder eine besondere Pflegewirkung.
Dabei gilt fast immer dieselbe Regel: Du tauschst das Öl aus dem Grundrezept aus oder ergänzt ein paar Tropfen, der Rest bleibt gleich.
Einige Zutaten sind allerdings anspruchsvoller, als sie auf den ersten Blick wirken.
Deshalb bekommst du bei jeder Variante nicht nur die Idee, sondern auch den Hinweis, worauf du achten solltest.
Lippenbalsam mit Vanille für einen milden, warmen Duft
Vanille ist ideal, wenn du einen dezenten Duft möchtest, der nicht aufdringlich wirkt.
Am einfachsten kratzt du das Mark einer halben Vanilleschote aus und rührst es direkt in das warme Öl, bevor du es zur Wachsmischung gibst.
Die kleinen schwarzen Pünktchen bleiben im Balsam sichtbar, was vielen sogar besonders gut gefällt.
Für einen intensiveren Duft kannst du die ausgekratzte Schote ein bis zwei Wochen in deinem Öl ziehen lassen und dieses Vanilleöl dann im Grundrezept verwenden.
Vanilleextrakt aus dem Backregal eignet sich dagegen nicht, weil er auf Alkohol und Wasser basiert und sich nicht mit dem Fett verbindet.
Lavendel im Lippenbalsam: Warum weniger hier mehr ist
Lavendel bringt einen frischen, beruhigenden Duft in deinen Balsam und passt besonders gut zur Pflege am Abend.
Meist wird dafür ätherisches Lavendelöl verwendet, und genau hier ist Zurückhaltung wichtig.
Deine Lippen sind sehr empfindlich, deshalb reichen ein bis zwei Tropfen auf die gesamte Menge von etwa 20 Gramm vollkommen aus.
Achte beim Kauf auf echtes Lavendelöl, auf der Flasche erkennst du es am botanischen Namen Lavandula angustifolia.
Gib das ätherische Öl immer erst ganz zum Schluss dazu, wenn die Masse nicht mehr heiß ist, sonst verfliegt der Duft.
Verzichte dagegen auf Zitrusöle wie Bergamotte, denn sie können deine Lippen in der Sonne empfindlicher machen.
Etwas sanfter wird es, wenn du getrocknete Lavendelblüten ein paar Wochen in Öl ziehen lässt und dieses Lavendelöl statt des normalen Öls verwendest.
Ringelblumen-Lippenbalsam: Das Geheimnis steckt im Öl
Die Ringelblume wird seit langer Zeit für die Pflege trockener und strapazierter Haut geschätzt.
Für deinen Lippenbalsam brauchst du allerdings nicht die Blüten selbst, sondern ein Ringelblumenöl.
Das bekommst du fertig in der Apotheke oder im Drogeriemarkt, oder du setzt es selbst an.
Dafür füllst du ein Glas locker mit getrockneten Ringelblumenblüten und gießt es mit Oliven- oder Sonnenblumenöl auf, bis alles bedeckt ist.
Das Glas darf dann etwa vier bis sechs Wochen an einem warmen, dunklen Ort ziehen, bevor du das Öl durch ein feines Tuch abseihst.
Im Grundrezept ersetzt du anschließend einfach das normale Öl durch dein Ringelblumenöl.
Wenn du auf Korbblütler wie Kamille oder Arnika allergisch reagierst, verzichtest du bei dieser Variante besser auf die Ringelblume.
Aloe Vera im Lippenbalsam: Was du vorher wissen solltest
Aloe Vera klingt nach der perfekten Zutat für gepflegte Lippen, doch hier lohnt sich ein ehrlicher Blick.
Aloe-Vera-Gel besteht fast vollständig aus Wasser und lässt sich deshalb genauso schlecht mit Fett verbinden wie Honig.
Sobald Wasser in größerer Menge im Spiel ist, brauchst du einen Emulgator und ein Konservierungsmittel, sonst verdirbt der Balsam innerhalb weniger Tage.
Aus dem einfachen Lippenbalsam wird dann eine Creme, und die ist für ein schnelles DIY deutlich zu aufwendig.
Die bessere Lösung ist Aloe-Vera-Öl, ein Ölauszug, den du fertig kaufen und im Grundrezept statt des normalen Öls verwenden kannst.
So bekommst du die Aloe Vera in deinen Balsam, ohne dass du dir Gedanken um die Haltbarkeit machen musst.
Propolis im Lippenbalsam: wirksam, aber nicht für alle
Propolis ist ein Harz, das Bienen sammeln, um ihren Stock zu schützen.
In der Naturkosmetik wird es wegen seiner pflegenden Eigenschaften gern bei rissigen und spröden Lippen verwendet.
Für deinen Balsam eignet sich am besten ein öllöslicher Propolis-Extrakt, von dem du nur wenige Tropfen in die leicht abgekühlte Masse gibst.
Propolis-Tinktur ist dagegen alkoholbasiert und verbindet sich wie Vanilleextrakt nicht zuverlässig mit dem Fett.
Wichtig ist vor allem eins: Propolis gehört zu den bekannten Auslösern von Kontaktallergien.
Mach deshalb vorher einen kleinen Test und trag etwas Balsam in deiner Armbeuge auf, bevor du ihn auf den Lippen verwendest.
Rötet sich die Stelle innerhalb von ein bis zwei Tagen oder beginnt sie zu jucken, ist Propolis nichts für dich.
Wenn du bereits auf Bienenprodukte oder Pollen reagierst, lässt du Propolis am besten ganz weg.
Jetzt kennst du die Zutaten, die das ganze Jahr über funktionieren.
Doch wenn die Tage kürzer werden, darf es auch etwas gemütlicher werden.
Lippenbalsam für den Winter: Apfel, Zimt und Schoko
Im Winter haben deine Lippen es besonders schwer, weil kalte Luft draußen und trockene Heizungsluft drinnen ihnen gleichzeitig zusetzen.
Genau jetzt darf dein Lippenbalsam etwas reichhaltiger sein und gern ein bisschen nach gemütlichen Nachmittagen duften.
Apfel, Zimt und Schokolade sind dafür die Klassiker, die viele sofort mit der kalten Jahreszeit verbinden.
Bei beiden Varianten kommt es allerdings darauf an, den Duft so in den Balsam zu bringen, dass er deinen Lippen guttut.
Apfel-Zimt-Lippenbalsam, der sanft zu deinen Lippen bleibt
Beim Zimt ist die wichtigste Regel ganz einfach: Ätherisches Zimtöl gehört nicht in deinen Lippenbalsam.
Es kann die empfindliche Haut der Lippen stark reizen, selbst wenn du nur einen einzigen Tropfen verwendest.
Die sanfte Lösung ist ein Zimt-Ölauszug, für den du eine Zimtstange in etwa 20 Gramm Öl gibst und alles eine Stunde lang im Wasserbad ganz leicht erwärmst.
Danach lässt du das Öl abkühlen, nimmst die Zimtstange heraus und verwendest es im Grundrezept statt des normalen Öls.
Ceylon-Zimt ist dafür besser geeignet als der günstigere Cassia-Zimt, weil er milder ist.
Zimtpulver solltest du nicht nehmen, denn es löst sich nicht auf und fühlt sich auf den Lippen sandig an.
Für den Apfelduft brauchst du ein öllösliches Aroma, das ausdrücklich für Lippenpflege geeignet ist, davon reichen wenige Tropfen.
Frischer Apfel oder Apfelsaft funktioniert dagegen nicht, weil beides Wasser enthält und deinen Balsam schnell verderben lässt.
Schoko-Lippenbalsam mit echter Kakaobutter
Für einen Balsam, der nach Schokolade duftet, brauchst du vor allem unraffinierte Kakaobutter.
Sie bringt den Schokoladenduft ganz natürlich mit und macht deinen Balsam gleichzeitig schön reichhaltig.
Für etwa vier Döschen nimmst du 4 Gramm Bienenwachs, 6 Gramm unraffinierte Kakaobutter und 10 Gramm Öl.
Wenn du deinem Balsam eine zarte braune Farbe geben möchtest, siebst du eine Messerspitze Kakaopulver in die warme Masse.
Rühre dabei weiter, bis der Balsam anfängt anzudicken, damit sich das Pulver nicht am Boden absetzt.
Magst du es noch runder, passt das Vanillemark aus dem vorherigen Abschnitt wunderbar dazu.
Egal für welches Rezept du dich entscheidest, am Ende sind es oft die kleinen Handgriffe, die über das Ergebnis entscheiden.
Und genau die schauen wir uns jetzt an.
So gelingt dein selbstgemachter Lippenbalsam
Die Rezepte selbst sind schnell erklärt, doch oft sind es die kleinen Details, die aus einem guten Balsam einen richtig guten machen.
Vielleicht ist dein erster Versuch körnig geworden, vielleicht hast du dich gefragt, wie lange er eigentlich hält.
Genau für diese Fragen findest du hier die Antworten, die dir beim nächsten Mal Zeit und Zutaten sparen.
Körnig oder eingesunken? So rettest du deinen Lippenbalsam
Die gute Nachricht zuerst: Ein misslungener Lippenbalsam ist fast nie verloren.
Manchmal bilden sich nach ein paar Tagen kleine Körnchen im Balsam, das liegt fast immer an der Sheabutter.
Schmilz den Balsam in diesem Fall vollständig, lass ihn etwa 15 Minuten im warmen Wasserbad stehen und stell ihn nach dem Abfüllen sofort in den Kühlschrank.
Hat dein Stift nach dem Abkühlen eine kleine Delle in der Mitte, füllst du sie einfach mit einem Rest flüssiger Masse auf.
Passt dagegen die Konsistenz insgesamt nicht, schmilzt du den Balsam noch einmal und justierst das Verhältnis aus dem Grundrezept nach.
Wie lange hält selbstgemachter Lippenbalsam?
Ein Lippenbalsam ohne Wasser hält in der Regel etwa sechs bis zwölf Monate.
Wie lange genau, hängt vor allem von deinen Ölen ab, denn sie werden mit der Zeit ranzig.
Jojobaöl ist besonders lange stabil, während zum Beispiel Sonnenblumenöl etwas schneller altert.
Varianten mit Honig verbrauchst du dagegen am besten innerhalb weniger Wochen.
Riecht dein Balsam plötzlich unangenehm oder verändert er Farbe und Konsistenz, gehört er nicht mehr auf deine Lippen.
Ein kühler, dunkler Platz und ein kleines Etikett mit dem Herstellungsdatum helfen dir, den Überblick zu behalten.
Sauber arbeiten und richtig abfüllen
Weil selbstgemachter Lippenbalsam keine Konservierungsstoffe enthält, ist sauberes Arbeiten besonders wichtig.
Wasch dir vorher gründlich die Hände und reinige Döschen, Hülsen, Schüssel und Löffel mit 70-prozentigem Alkohol aus der Apotheke.
Lass alles vollständig trocknen, denn schon ein einzelner Wassertropfen kann die Haltbarkeit verkürzen.
Beim Abfüllen von Stiften drehst du den Mechanismus ganz nach unten und füllst die Hülse bis knapp über den Rand.
Eine kleine Einwegpipette macht das Abfüllen der schmalen Hülsen deutlich entspannter.
Beim Döschen hilft dir übrigens ein kleiner Spatel, damit du nicht jedes Mal mit dem Finger hineingreifen musst.
Jetzt hast du alles beisammen, was du für deinen eigenen Lippenbalsam brauchst.
Bleibt nur noch die Frage, mit welchem Rezept du am besten anfängst.
Fazit
Die Antwort auf die Frage, womit du anfängst, ist ganz einfach: mit dem Grundrezept aus drei Zutaten.
Daran lernst du, wie Wachs, Butter und Öl zusammenspielen, und genau dieses Wissen trägt dich später durch jede andere Variante.
Ob ohne Bienenwachs, mit Honig, mit Ringelblume oder mit Schoko für den Winter, am Ende folgt jedes Rezept demselben Prinzip.
Du hast außerdem gesehen, dass nicht jede Zutat so unkompliziert ist, wie sie auf Pinterest wirkt.
Honig braucht die richtige Technik, Aloe Vera gehört als Öl in deinen Balsam und Zimt nur als sanfter Ölauszug.
Stell dir beim ersten Mal nur eine kleine Menge her, dann kannst du in Ruhe testen und nachjustieren.
Such dir jetzt ein Rezept aus, schau kurz in deinen Vorratsschrank und probier es direkt am nächsten ruhigen Nachmittag aus.
Und vielleicht merkst du dabei schnell, dass die kleinen Döschen viel zu schön sind, um sie alle selbst zu behalten.
Als kleines Mitbringsel beim nächsten Besuch oder als Überraschung im Adventskalender sorgen sie für echte Freude.
Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren und natürlich frohes Schenken.
Deine Julie